Fokus auf langfristige Talentförderung und Olympia 2028: Strategieprozess für die Zukunft des Leistungssports vorgestellt
Rheinland-Pfalz stellt die Weichen für die Zukunft des Spitzensports. Das Ministerium des Innern und für Sport hat gemeinsam mit dem Landessportbund Rheinland-Pfalz (LSB) und der Stiftung Sporthilfe Rheinland-Pfalz die neue Leistungssportstrategie des Landes vorgestellt. Ziel ist es, Athletinnen und Athleten auf internationale Wettbewerbe – beispielsweise die Olympischen Spiele 2028 in Los Angeles – vorzubereiten und die Strukturen im Leistungssport nachhaltig zu stärken.
„Leistungssportlicher Erfolg ist kein Zufall, sondern das Ergebnis klarer Strukturen, verlässlicher Partnerschaften und gemeinsamer Zielsetzungen. Mit unserer Strategie legen wir den Grundstein für ein leistungsfähigeres, noch enger vernetztes und damit erfolgreicheres System“, betonte Sportminister Michael Ebling bei der Vorstellung der Strategie im Sportministerium.
Bereits im August 2025 hatten die Partner den Strategieprozess angekündigt. Grundlage der nun vorliegenden Ergebnisse ist eine Studie des Instituts für kommunale Planung und Entwicklung (IKPE), die die Zusammenarbeit der Leistungssportakteure analysiert und konkrete Optimierungsmöglichkeiten aufgezeigt hat.
„Die Stimme unserer Athletinnen und Athleten stand im Fokus. Wir wollen genau verstehen, welche Bedürfnisse sie haben und wie wir sie bestmöglich auf ihrem Weg zu internationalen Erfolgen unterstützen können“, so Sportminister Ebling.
Aus der Studie wurden zentrale Leitprinzipien abgeleitet. Dazu gehören mehr Transparenz, klare Rollenverteilungen zwischen den Partner des Leistungssports in Rheinland-Pfalz, verlässliche Umsetzungsstrukturen sowie ein serviceorientiertes Fördersystem. Diese sollen künftig den Rahmen für die Weiterentwicklung des Leistungssports in Rheinland-Pfalz bilden.
Ein wichtiger Meilenstein auf diesem Weg wird ein Leistungssportkongress im Sommer 2026 sein. Dort sollen gemeinsam mit allen Partnern Ziele und Prioritäten festgelegt sowie eine konkrete Maßnahmen-Roadmap für den Zeitraum von 2026 bis 2028 vereinbart werden. Die Roadmap wird klare Zuständigkeiten, einen realistischen Ressourceneinsatz sowie ein Monitoring der Umsetzung enthalten.
Die Leistungssportstrategie wird auf bereits umgesetzten Reformen aufbauen. Dazu zählen die Umstrukturierung des Trägervereins des Olympiastützpunkts Rheinland-Pfalz/Saarland, strategische Weiterentwicklungen innerhalb der Stiftung Sporthilfe Rheinland-Pfalz sowie zahlreiche Maßnahmen im Nachwuchsleistungssport des Landessportbundes. Beispielhaft seien hier die Traineroffensive und die Aufstockung der Mittel für die Talentförderung genannt.
Prof. Dr. Jörg Fischer von der FH Erfurt (Institut für kommunale Planung und Entwicklung): „Die Studie zur Optimierung der Netzwerkarbeit und Erfolgssteigerung zeigt deutlich: Im Leistungssportnetzwerk Rheinland-Pfalz steckt ein enormes Potential: Um es freizusetzen, muss die Zusammenarbeit noch transparenter und vertrauensvoller gestaltet werden. Hierbei sind die Athletinnen und Athleten klar in den Mittelpunkt zu stellen und ihre Leistungsfähigkeit bestmöglich zu fördern.“
Für den Landessportbund Rheinland-Pfalz ergänzte Vizepräsident Prof. Dr. Mark Pfeiffer: „Ziel der Untersuchung von Prof. Fischer war es vorrangig, die Zusammenarbeit im Leistungssportnetzwerk in seiner bisherigen Struktur zu beleuchten, dabei Verbesserungspotential aufzuzeigen und Ableitungen zu generieren. Insgesamt wollen wir so die Erfolge und Erfolgswahrscheinlichkeiten von rheinland-pfälzischen Athleten und Athletinnen mit Blick auf internationale Meisterschaften und Olympische Spiele steigern. Das erreichen wir nur gemeinsam.“
„Unser gemeinsamer Strategieprozess ist ein wichtiges Signal an unsere Athletinnen und Athleten: Rheinland-Pfalz steht verlässlich an ihrer Seite – heute und langfristig. Unser Anspruch ist es, Talente frühzeitig, individuell und nachhaltig zu fördern und ihnen bestmögliche Rahmenbedingungen für sportliche Spitzenleistungen und eine erfolgreiche duale Karriere zu bieten. Gemeinsam mit unseren Partnern schaffen wir so Perspektiven, die über einzelne Wettkämpfe hinausreichen“, so Stephan Wilhelm von der Stiftung Sporthilfe Rheinland-Pfalz.
Deutschland will sich um die olympischen Sommerspiele in den Jahren 2036, 2040 oder 2044 bewerben: „Potenzielle deutsche Olympiateilnehmerinnen und -teilnehmer sind heute bereits geboren. Deshalb richten sich unsere strategischen Überlegungen weit über 2028 hinaus“, betonte Sportminister Michael Ebling. „Aber auch der Wintersport gewinnt in Rheinland-Pfalz zunehmend an Bedeutung. Bei den olympischen Winterspielen 2026 in Mailand und Cortina d’Ampezzo gehen mit Jan Stölben im Skilanglauf sowie Jacqueline Pfeifer im Skeleton zwei Athletinnen und Athleten aus Rheinland-Pfalz an den Start, was uns sehr freut. Wir wünschen den Beiden viel Erfolg!“
Neben dem Spitzensport sieht das Land auch eine wichtige gesellschaftliche Rolle. Erfolgreiche Athletinnen und Athleten wirken als Vorbilder und stärken den Breitensport. Damit leistet der Leistungssport einen wichtigen Beitrag zum Ziel, Rheinland-Pfalz zum Bewegungsland #1 zu entwickeln.
„Unser Ziel ist es, Rahmenbedingungen zu schaffen, damit Athletinnen und Athleten aus Rheinland-Pfalz national und international erfolgreich sein können. Mit der neuen Strategie gehen wir gemeinsam mit unseren Partnern einen weiteren großen Schritt in diese Richtung“, so Sportminister Ebling.
Fotoquelle: Ministerium des Innern und für Sport
