Digitale Verabschiedung des TOKIO TEAMs Rheinland-Pfalz

Sporthilfe RLP und LSB schicken ihre Spitzenathlet*innen mit den besten Wünschen Richtung Olympische und Paralympische Spiele

Die olympische Flamme hat gerade Tokio erreicht – und auch die rheinland-pfälzischen Spitzenathlet*innen sind schon Feuer und Flamme für das Mega-Ereignis in Fernost: Das wurde am Freitagabend deutlich, als der Landessportbund und die Sporthilfe RLP das TEAM TOKIO Rheinland-Pfalz auf digitalem Weg in Richtung Olympische und Paralympische Spiele verabschiedete.

Eine digitale Verabschiedung – das hatte es noch nie gegeben in der Geschichte des rheinland-pfälzischen Sports. 19 Athlet*innen wurden im Studio in der Rheinallee zugeschaltet oder präsentierten sich in Videobotschaften, in denen sie sich auch für die famose Unterstützung durch die Sporthilfe RLP sowie deren Partner, Sponsoren und Kuratoren bedankten. Einzig Zehnkampf-Weltmeister Niklas Kaul stand im Stau, konnte so kein Statement mehr abgeben – und verpasste während der Live-Sendung auch die freundliche Botschaft von Ministerpräsidentin Malu Dreyer.

Mit Slalomkanutin Ricarda Funk sowie den Ruderern Richard Schmidt und Jason Osborne sind drei Medaillenkandidat*innen bereits vor Ort in Japan. „Es regnet hier wie sau“, lieferte Funk in ihrer Videobotschaft gleich einen aktuellen Wetterbericht. Die Europameisterin und Weltcupgesamtsiegerin peilt bei ihrer Olympia-Premiere ebenso Edelmetall an wie Osborne, der direkt nach Olympia Radprofi wird. Athletensprecher Schmidt verriet, dass er sich mit der Nationalmannschaft seit einer Woche im Land der aufgehenden Sonne befindet. „Die Luftfeuchtigkeit ist sehr hoch, es ist schwülwarm hier“, berichtete der Olympiasieger, der nach eigener Aussage „voller Vorfreude“ ist. Genauso wie die vier „Zweikämpfer“ Jasmin Grabowski, Martyna Trajdos (beide Judo), Denis Kudla (Ringen) und Jonathan Horne (Karate). Während 91-Kilo-Mann Kudla im Gespräch mit dem Moderator und SWR-Sportexperten Christian Döring live aus dem Trainingslager in Litauen verriet, wie er bis zu seinem ersten Kampf „noch vier Kilo runterschrubben“ will, machte der hünenhafte Karate-Weltmeister Horne deutlich: „Für mich ist es ein Riesending, dass ich an den Spielen teilnehmen kann. Und ich bin mir sehr sicher, dass ich gut abschneiden werde.“

Das kann Gewichtheberin Lisa Marie Schweizer nicht von sich behaupten – denn die Deutsche Meisterin vom AV 03 Speyer hat sich am Mittwoch bei einer Kniebeuge einen Bandscheibenvorfall zugezogen. „Blöder Zeitpunkt – aber ich versuche, optimistisch zu bleiben“, kommentierte Schweizer, deren großes Ziel Paris 2024 bleibt. Wie Schweizer war auch Radsportlerin Hannah Ludwig überraschend nominiert worden. Die Frau vom RSC Stahlross Wittlich war aus Benelux zugeschaltet. Teamsprinter Timo Bichler präsentierte sich nach seinem schweren Sturz im Herbst bestens erholt und durchaus zuversichtlich.

Einiges vorgenommen haben sich auch die Leichtathlet*innen. Die Stabhochspringerin und promivierte Psychologin Lisa Ryzih („Ab 4,80 bis 4,90 Meter wird man erst um die Medaillen mitspringen können“), Stabhochspringer Oleg Zernikel („Um unter die Ersten zu kommen, muss man vielleicht sogar sechs Meter springen“) und Zehnkämpfer Kai Kazmirek („Man muss um die 8.600 Punkte hinlegen, um die die Medaillenränge zu kommen – es wird ein Kampf über zwei Tage“) gaben passgenaue Einschätzungen, was nötig sein wird, um Edelmetall zu schnappen. Und plauderten nebenbei noch aus dem Nähkästchen. Zernikel, als Kind in Kasachstan groß geworden und als Aussiedler nach Deutschland gekommen, erzählte, dass das das Paket mit seiner 86-teiligen Olympiaausstattung noch immer nicht eingetroffen ist. Speerwerfer Julian Weber rekapitulierte, es sei „ein Riesenschock“ gewesen, als er im Mai positiv auf Corona getestet worden war. „Wohl falsch positiv“, wie sich später herausstellte.

Dass in Tokio keine Zuschauer zugelassen sind, bedauern die RLP-Asse durch die Bank. „Das ist natürlich unheimlich schade“, konstatierte Florettfechter Peter Joppich, der schon zum fünften Mal unter den olympischen Ringen aktiv ist – und keine Prognose wagte, was sein Abschneiden anbelangt. Ganz anders als Sitzvolleyballer Francis Tonleu, der im Gegensatz zu den anderen Para-Sportler*innen Hanne Brenner, Dr. Angelika Trabert und Heiko Wiesenthal nicht persönlich mit dem Moderator sprechen konnte, dafür aber eine herzliche Grußbotschaft sandte. „Für mich ist das eine Art Traum, in Tokio dabei zu sein“, formulierte der Andernacher, der „unbedingt Gold mit nach Hause bringen“ will – und eigentlich keine Zweifel hegt, dass dies gelingen wird. Dass er überhaupt von Gold träumen könne, habe er „euch Sponsoren zu verdanken – ihr habt immer an uns geglaubt“. Joppich zeigte sich wie auch Zernikel („Die Sporthilfe hat mich immer sehr gut unterstützt – ohne sie würde ich nicht hier vor der Kamera sitzen, sondern wäre jetzt vielleicht KfZ-Mechatroniker“) begeistert vom tollen Grußpaket der Sponsoren meinte mit Blick auf die Sporthilfe RLP: „Ich genieße die Förderung schon sehr lange – ohne sie wäre es gar nicht möglich, an der Spitze mitzumachen“. Horne befand: „Die Unterstützung der Sporthilfe ist mehr als wichtig – ich bin dankbar, dass es sie gibt.“

Solche Worte hörten die Kuratoren, Sponsoren und Förderer der Sporthilfe natürlich gerne. „Für uns war es wichtig, dass wir auch in der Corona-Krise ein zuverlässiger Partner des Sports und auch der Spitzensportler*innen sind“, betonte Jürgen Häfner, Stiftungsvorstand und Geschäftsführer von Lotto RLP, stellvertretend für die vielen engagierten Unterstützer. „Kommt gesund wieder“, rief Elke Rottmüller, Vorsitzende des Vorstands der Sporthilfe RLP, allen Tokio-Fahrern zu. „Wir werden euch einen tollen Empfang bereiten.“ Dies bekräftigten die für Leistungssport zuständige LSB-Vizepräsidentin und Bahnsprint-Olympiasiegerin Miriam Welte („Es kribbelt bei mir und ich hätte Lust, mit nach Tokio zu fliegen“) sowie LSB-Präsident Wolfgang Bärnwick, der von einem „schönen Tag“ und einem „besonderen Gefühl“ sprach und klarstellte: „Wir müssen nicht immer nur von Medaillen reden. Unsere Athlet*innen messen sich mit den besten der Welt – wenn jede/r seine beste Leistung bringt, ist das schon ganz toll.“

Text: Michael Heinze

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